Förderung von Gesundheit und Vitalität mit Binauralen Beats

Binaurale Beats können in einem breiten Feld gesundheitlicher Teilbereiche eingesetzt werden. In vielen Anwendungsgebieten ist die Forschungslage aber leider bisher noch unvollständig, sodass weiterführende Arbeiten sicher wünschenswert sind. Erste Studien weisen aber darauf hin, dass durch binaurale Stimulation die Angst von Patienten vor operativen Eingriffen gelindert und der Genesungsprozess bei der Erholung von einer Erkrankung unterstützen werden kann. Sogar im Bezug auf chronischen Krankheiten konnten schon positive Effekte einer Behandlung mit Binauralen Beats beobachtet werden. Die Vorteile Binauraler Beats liegen in ihrer einfachen Anwendung über Kopfhörer und der sanften Stimulation der Gehirnwellen, die Gesundheit und Vitalität stärken.

Dieser Text stellt dir vier Studien vor, die sich mit Binauralen Beats und Gesundheit auseinandersetzen. Wenn du dich für andere Anwendungsfelder von Binauralen Beats interessierst, findest du bei uns weitere Hintergrundinformationen zu den Themenbereichen Binaurale Beats als Mittel zur Konzentrationsförderung, Schlafförderung und Entspannung.

Binaurale Beats können grob in die folgenden Frequenzbereiche aufgeteilt werden. Die genaue Abgrenzung der Frequenzbereiche kann sich dabei jedoch von Quelle zu Quelle leicht voneinander unterscheiden:

  1. Delta-Frequenzbereich: 0,1 – 3,9 Hertz
  2. Theta-Frequenzbereich: 4,0 – 7,9 Hertz
  3. Alpha-Frequenzbereich: 8,0 – 12,9 Hertz
  4. Beta-Frequenzbereich: 13 – 37,9 Hertz
  5. Gamma-Frequenzbereich: 38 – 50 Hertz

Helfen Binaurale Beats bei Angst vor operativen Eingriffen?

Studie 1: Eine vorausschauende, randomisierte, kontrollierte Studie zur Untersuchung der Wirkung von binauralem Beat-Audio und präoperativer Angst bei Patienten in Vollnarkose in der Tageschirurgie (2005)

A prospective, randomized, controlled study examining binaural beat audio and pre-operative anxiety in patients undergoing general anaesthesia for day case surgery (2005)

Zusammenfassung der Studie

Die Angst vor einer Operation ist ein weit verbreitetes Phänomen, das sowohl für den Patienten als auch für das behandelnde Personal sehr unangenehme Auswirkungen haben kann. Nachdem mehrere Studien bereits die Wirkung von Musik zur Linderung präoperativer Ängste bestätigten, untersuchten die Wissenschaftler in dieser Studie zusätzlich den Effekt Binauraler Beats. Dazu wurde das Angstlevel der Probanden vor der Operation mithilfe des State-Trait-Angstinventars erfasst. Die 108 Probanden wurden zufällig auf eine Experimentalgruppe, für die ein Soundtrack mit Binauralen Beats erstellt worden war, eine Gruppe, die einen identischen Soundtrack ohne Binaurale Beats hörte und eine Kontrollgruppe ganz ohne auditive Stimulation aufgeteilt. In der Gruppe mit binauraler Stimulation verringerte sich der Angst-Score um 26 Prozent, in der Audiogruppe um 11,1 Prozent und in der Gruppe ohne Intervention um 3 Prozentpunkte. Diese Zahlen zeigen, dass Audioprogramme mit Binauralen Beats das Potenzial haben, präoperative Angst signifikant abzumildern und entsprechende Situationen für die Betroffenen zu erleichtern.

Aufbau und Ablauf der Studie

Für die Studie wurden 108 Patienten ausgewählt, die älter als 16 Jahre alt waren. Am Tag der Operation, etwa 45 – 60 Minuten vor dem eigentlichen Eingriff, wurden die Probanden dazu aufgefordert, einen Fragebogen nach der Methode des State-Trait-Angstinventars (STAI) auszufüllen. Beim State-Trait-Angstinventar machen Probanden Angaben zu 40 Punkten, von denen zwanzig situationsbedingte vorübergehende Angst (STAI-S) und weitere zwanzig Angst als Persönlichkeitseigenschaften (STAI-T) abfragen. Die Probanden wurden anschließend zufällig in drei Gruppen eingeteilt. 30 Minuten lang hörten sie entweder einen Soundtrack mit Binauralen Beats, denselben Soundtrack ohne Binaurale Beats oder wurden, entsprechend der normalen Vorgehensweise, keiner gezielten Stimulation ausgesetzt. Nach 30 Minuten absolvierte die Probanden erneut den STAI-S Teil des STAI-Fragebogens.

Ergebnis und Schlussfolgerung

Von den 108 Probanden wurden vier aus unterschiedlichen Gründen von der Studie ausgeschlossen. Die STAI-T Scores, die Angst als Persönlichkeitsmerkmal messen, zeigten zwischen den einzelnen Gruppen keine signifikanten Unterschiede, die ursprünglichen STAI-S Scores, die die situative Angst erfassen, waren in der Gruppe mit Binauralen Beats jedoch höher als in den anderen Gruppen. Alle drei Gruppen enthielten auch eine kleine Anzahl von Patienten deren STAI-S Angstlevel in der präoperativen Phase zwischen den beiden Fragebögen leicht anstieg. In der Binauralen-Beat-Gruppe verzeichneten jedoch signifikant weniger Probanden einen Anstieg der STAI-S-Angst als in den Gruppen Nur-Audio und der Gruppe ohne gezielte auditive Stimulation. Die Forscher resümierten, dass akute Ängste um etwa die Hälfte abgeschwächt werden können, wenn die richtigen Binauralen Beats zum Einsatz kommen.

Studie 2: Die Wirksamkeit Binauraler Beats bei der Reduzierung von präoperativen Ängsten vor einer Zahnentfernung (2017)

Effectiveness of binaural beats in reducing preoperative dental anxiety (2017)

Zusammenfassung der Studie

In dieser Studie wurden die Auswirkungen von Binauralen Beats auf das Angstlevel von Probanden vor einer operativen Zahnentfernung untersucht. An der Studie nahmen 60 Probanden teil, von denen jeweils 30 auf eine Binaurale Beat-Gruppe und auf eine Kontrollgruppe aufgeteilt wurden. Zunächst wurde die Ängstlichkeit der Probanden erfasst. Nach Verabreichung einer lokalen Betäubung hörten die Probanden der Experimentalgruppe 10 Minuten Binaurale Beats der Frequenz 9,3 Hz. Die Kontrollgruppe wurde keiner gezielten akustischen Stimulation ausgesetzt. In beiden Gruppen wurde nun erneut die Schwere der Angst gemessen und der erkrankte Zahn anschließend operativ entfernt. Das Angstlevel in der Kontrollgruppe zeigte keine Veränderung, während sich bei der Gruppe mit Binauralen Beats eine signifikante Reduktion der präoperativen Angst feststellen ließ. Die Wissenschaftler schlossen aus ihren Ergebnissen, dass Binaurale Beats wirkungsvoll zur Angstminderung vor Zahnoperationen eingesetzt werden können.

Aufbau und Ablauf der Studie

Für die Studie wurden 60 Probanden ohne psychiatrische oder auditive Beeinträchtigungen ausgewählt und zufällig auf Experimental- und Kontrollgruppe aufgeteilt. Vor Beginn der Studie wurde den Probanden mitgeteilt, dass sie einen erkrankten Zahn haben, der entfernt werden müsse. Die Patienten gaben den Grad ihrer Ängstlichkeit anschließend via einer visuellen Analogskala (VAS) an. Dieser Test besteht aus einer 100 mm langen, horizontalen Linie, deren eines Ende mit „überhaupt keine Ängstlichkeit“ und deren anderes Ende mit „schlimmste vorstellbare Angst“ beschriftet war. Es gab keine anderen Angaben oder Markierungen auf der Linie. Die Patienten wurden aufgefordert, sich mit ihrer Markierung auf dieser Skala selbst einzuschätzen. In beiden Gruppen wurde nun eine lokale Betäubung verabreicht. Nach zehn Minuten wurde das Angstlevel erneut gemessen, die Experimentalgruppe hatte in der Zwischenzeit Binaurale Beats (linkes Ohr 200 Hz, rechtes Ohr 209,3 Hz) gehört, die Kontrollgruppe wurde keiner auditiven Stimulation ausgesetzt. Die Patienten konnten die Lautstärke der Töne selbst auf ein angenehmes Niveau einstellen. Während der Stimulationsphase durften sie die Augen nicht geschlossen halten, weil dies die Gehirnwellen und somit die Testergebnisse verfälschen kann.

Ergebnis und Schlussfolgerung

Die Ergebnisse zeigten in der ersten Angst-Messung keinen signifikanten Unterschied zwischen Experimental- und Kontrollgruppe. Bei der zweiten Messung jedoch war der Unterschied signifikant (p=0.006). Die Experimentalgruppe zeigte ein deutlich geringeres Angstniveau, in der Kontrollgruppe konnte kein Unterschied beobachtet werden.

Die Behandlung eines ängstlichen Patienten ist sowohl für diesen selbst als auch für den behandelnden Arzt mit Schwierigkeiten verbunden. Ängstlichkeit kann zudem auch mit Vermeidungsverhalten gegenüber notwendigen Eingriffen oder der Zahnpflege einhergehen. Die Forscher konkludieren, dass Binaurale Beats bei Angst vor einer Zahnoperation helfen können, weisen aber darauf hin, dass weiterführende Studien in dieser Richtung erforderlich sind, um ein aussagekräftiges Gesamtbild zu erhalten.

Binaurale Beats als Mittel gegen Tinnitus?

Studie 3: Tinntrain: Eine multifaktorielle Behandlung für Tinnitus mit Binauralen Beats

Tinntrain: A multifactoral treatment for tinnitus using binaural beats

Zusammenfassung der Studie

Tinnitus ist ein Phantomgeräusch, das von Betroffenen oft als sehr belastend empfunden wird. Auswirkungen eines Tinnitus können Verärgerung, Stress, Depression, Müdigkeit und eine generelle herabgesetzte Allgemeinbefindlichkeit sein. In dieser Studie wurde untersucht, wie Binaurale Beats als Teil einer multifaktoriellen Behandlung bei Tinnitus wirken. 26 Patienten nahmen an der Studie teil. Davon hatten 18 einen beidseitigen und acht einen einseitigen Tinnitus. Die Probanden sollten zwei Fragebögen ausfüllen, einmal das Tinnitus Handicap Inventory (THI) und einmal einen stressbezogenen Fragebogen für Tinnitus-Patienten. Auch Tests zur körperlichen Verfassung der Patienten sowie deren Hörfähigkeit wurden durchgeführt. Für die Probanden wurde ein nach ihren Wünschen angefertigter Trägerton in einen Binauralen Beat-Sound mit einem Unterschied von 10 Hertz umgewandelt. Als nächstes durften sich die Probanden Hintergrundmusik und Hintergrundnaturgeräusche aussuchen, die das Soundbild ergänzten. Die Probanden nutzen die Audioprogramme mit den Binauralen Beats drei Monate lang. Bei allen 26 Patienten wurde ein Rückgang des Tinnitus festgestellt. Der signifikante Erfolg, der bei der Verminderung des Tinnitus in dieser kurzen Zeitspanne beobachtet werden konnte, deutet auf eine Wirksamkeit der Behandlung durch Binaurale Beats hin und zeigt Möglichkeiten für einen Ansatz zur Selbsttherapie auf.

Aufbau und Ablauf der Studie

An der Studie nahmen 48 Patienten teil, von denen 18 an einem beidseitigen und acht an einem einseitigen Tinnitus litten. Das Durchschnittsalter der Probanden lag bei 48 Jahren und sie hatten den Tinnitus durchschnittlich jeweils bereits seit 4,5 Jahren. Die Erkrankten waren bereits einer Reihe von Untersuchungen unterzogen worden, bevor sie zu einer psychologischen Evaluation in die Mount Carmel Relax Klinik eingewiesen wurden. Die Patienten wurden hier noch einmal körperlich und psychisch untersucht, unter anderem mit dem Tinnitus Handicap Inventory-Fragebogen (THI). Jeder Patient beantwortete einen detaillierten Fragebogen über die Beeinträchtigung durch seinen Tinnitus. Der Tinnitus wurde dann auf einer Skala von 1 (kein Tinnitus) bis 7 (sehr schwerer Tinnitus, der alltägliche Aktivitäten verhindert und Schlaflosigkeit sowie spontanes Erwachen zur Folge hat) eingeteilt. Der Fragebogen wurde vor und nach der Therapie ausgeteilt. Die körperliche Reaktion der Patienten auf den Tinnitus wurde mittels Galvanic Skin Response (GSR) erfasst und per Biofeedback überprüft. Daraufhin wurde ein psycho-physiologisches Profil der Patienten erstellt. Die Teilnehmer, die für den Tinntrain-Einsatz als geeignet eingestuft wurden, sollten zu mindestens zwei weiteren Termine kommen, um ihre Reaktion auf Entspannung mittels Gehirnwellensynchronisation durch Binaurale Beats zu erfassen und ihnen einen maßgeschneiderten Soundtrack entsprechend ihrer persönlichen Reaktion auf einzelne Stimuli anzufertigen. So wurde der Träger-Ton entsprechend der Wünsche der Patienten ausgewählt und in einen Binauralen Beat von 10 Hz umgewandelt. Die Probanden wählten daraufhin eine geführte Gedankenreise von einer männlichen oder weiblichen Stimme, welche für zusätzliche Entspannung gleichzeitig mit den Binauralen Beats präsentiert wurde. Außerdem wählten die Probanden zusätzlich Musik und Naturgeräusche als Hintergrundkulisse. Alle genannten Parameter wurden in einem Soundtrack für den einzelnen Patienten individuell zusammengefasst. Die Patienten wurden angewiesen, ihren jeweiligen Soundtrack in den nächsten drei Monaten täglich sechs Stunden anzuhören. Nach der dreimonatigen Laufzeit wurden die Ergebnisse evaluiert.

Ergebnis und Schlussfolgerung

Nach der dreimonatigen Periode ließ sich bei allen 26 Patienten eine zum Teil erhebliche Reduktion des Tinnitus feststellen. Die Wissenschaftler glauben, dass die Wirkung der Binauralen Beats deswegen so groß war, weil sie einerseits die gewohnheitsmäßige Reaktion der Probanden auf den Tinnitus durch zusätzliche Entspannung abmindern und andererseits eine positive Stimulation darstellen, die den Tinnitus teilweise sogar maskiert. Die Forscher weisen auf den großen Effekt hin, der in relativ kurzer Zeit mit dem Tinntrain erreicht werden konnte.

Mehr Lebensqualität durch Binaurale Beats nach einem Schädel-Hirntrauma?

Studie 4: Auswirkungen der Binauralen Beat-Stimulation auf die Erholung nach einer traumatischen Hirnverletzung: Eine Pilotstudie (2005)

Effects of Binaural-Beat Stimulation on Recovery Following Traumatic Brain Injury: A Pilot Study (2005)

Zusammenfassung der Studie

Diese qualitative Studie befasste sich gezielt mit sechs Patienten und Patientinnen, die sich von einer Gehirnoperation erholten. Die Studie lässt aufgrund der niedrigen Zahl von sechs Probanden und dem Fehlen einer Kontrollgruppe keine statistisch signifikanten Aussagen zu, bietet gleichwohl jedoch Einblicke in den individuellen Genesungsprozess einzelner Personen mit Binauralen Beats unter wissenschaftlicher Beobachtung. Die Erholung und Genesung nach Gehirnoperationen ist oft eine lebenslange Aufgabe und kostet viel Zeit, Mühe und Geld. Binaurale Beats stellen hierbei eine einfache Methode dar, mit der Betroffene selbst den Genesungsprozess beeinflussen können. Nach einer dreimonatigen Behandlungsphase mit der sanften Methode der Binauralen Beats berichteten vier von sechs Patienten von einer verbesserten Befindlichkeit. Diese wurde mit der AMPS – Methode (Assessment of Motor and Process Skills) gemessen. Die Methode erfasst die Fähigkeit der Patienten, die Anforderungen ihres Alltags effizient und unabhängig zu bewerkstelligen.

Aufbau und Ablauf der Studie

Die Patienten, die für die Studie ausgewählt wurden, mussten über 18 Jahre alt sein und ein mindestens zwei Jahre zurückliegendes Schädel-Hirn-Trauma (TBI) erlitten haben. Als Schädel-Hirn-Trauma werden solche Verletzungen bezeichnet, die durch eine äußere Ursache (Kraftaufwendung) entstanden sind. Schädel-Hirn-Traumata können eine Reihe psychischer und physischer Symptome zur Folge haben. Mit der AMPs Methode werden motorische Fähigkeiten im alltäglichen Leben und organisatorische beziehungsweise adaptive Fähigkeiten gemessen. Über den AMPS-Grafikreport kann nachvollzogen werden, wie sich diese Fähigkeiten verändern. Verbesserungen von 0,5 Logits (eine Messeinheit spezifisch für AMPS-Instrumente) weisen auf eine klinisch und statistisch relevante Veränderung der Fähigkeiten des Patienten hin. Geringere Verbesserungen sind vielleicht statistisch nicht relevant, können aber für den Patienten schon spürbare Erleichterungen bedeuten. In der Studie wurden die Fortschritte der Probanden wiederholt gemessen. Diese hörten Audioprogramme mit Binauralen Beats mindestens fünfmal die Woche über einen Zeitraum von drei Monaten an. Die Probanden bekamen fünf CDs ausgehändigt, von denen vier Aufmerksamkeit und Konzentration fördern und eine Entspannung und besseres Einschlafen begünstigten sollten. Die Probanden konnten frei wählen, welche Stücke sie hören wollten und nutzen Stereo Kopfhörer für die Stimulation. Die Teilnehmer der Studie führten ein Hörtagebuch, mit Angaben über die ausgewählte CD, zu welcher Tageszeit sie diese hörten, welche Aktivitäten sie dabei durchführten und einem Platz für zusätzliche Kommentare.

Die Probanden absolvierten außerdem einen Short-Form(36)-Gesundheitsfragebogen (SF – 36), der Informationen zu neun verschiedenen Gesundheitsaspekten liefert: Körperliche Funktionsfähigkeit, körperliche Schmerzen, allgemeine Gesundheitswahrnehmung, körperliche Rollenfunktion, Emotionale Rollenfunktion, Vitalität, soziale Funktionsfähigkeit, psychisches Wohlbefinden und gesundheitliche Veränderung.

Mit der Selbstevaluation PANAS gaben die Probanden zusätzlich Angaben zu positiven (positive affect = PA) und negativen Gemütsregungen/Beeinflussungen (negative affect = NA).

Ergebnis der Studie

Von den sechs Patienten zeigten zwei geringe oder keine Verbesserungen. Es waren mit 52 und 75 Jahren die ältesten Patienten und sie hörten die Audioprogramme nur entsprechend der Vorgaben. Die vier anderen Teilnehmer hörten die Audio-CDs alle sogar öfter als vorher vereinbart.

Patient 1:

Ein junger Mann, der als Kind in einem Verkehrsunfall verletzt wurde. Er hörte die CD hauptsächlich zum Entspannen und Schlafen.

Die AMPS-Auswertung zeigte eine Verbesserung von 0.2 Logits, was seine motorischen Fähigkeiten betraf, dagegen konnte bei seinen adaptiven / organisatorischen Fähigkeiten ein Anstieg von 1.3 Logits erfasst werden, was eine statistisch signifikante Verbesserung darstellt. Die PANAS-Selbsteinschätzung zeigte einen positiven Anstieg von 7 Punkten bei positiven Affekten und eine Senkung um 7 Punkte bei negativen Affekten, was auf ein erfüllteres Sozialleben und weniger selbst-wahrgenommenen Stress hindeutet.

Der SF-36 Test zeigte eine positive Verbesserung in den Gesundheitsaspekten: psychisches Wohlbefinden (+3), Vitalität (+5), körperliche Schmerzen (+1), allgemeine Gesundheitswahrnehmung (+3), und soziale Funktionsfähigkeit (+4). Nur die körperliche Funktionsfähigkeit nahm um einen Punkt ab.

Patientin 2:

Eine junge Frau von 18 Jahren, die drei Jahre zuvor einen Fahrradunfall hatte. Sie nutzte die CDs hauptsächlich zum Einschlafen.

Die AMPS-Auswertung zeigte bei ihr nur kleine Veränderungen. Die motorischen Fähigkeiten nahmen um 0.1 Logits ab, die adaptiven und organisatorischen Fähigkeiten nahmen um 0.3 Logits zu. Beide Befunde sind statistisch nicht signifikant.

Bei der PANAS-Selbsteinschätzung verzeichnete sie einen Anstieg von +22 für positive Affekte, was auf eine verbesserte soziale Situation schließen lässt. Die negativen Einflüsse stiegen um drei Punkte, was auf etwas mehr selbst wahrgenommen Stress hindeutet.

Der SF36-Test zeigte bei ihr einen Anstieg für fünf Gesundheitsaspekten: Psychisches Wohlbefinden (+1), Vitalität (+10), körperliche Schmerzen (+2,1), körperliche Funktionsfähigkeit (+3) und körperliche Rollenfunktion (+1).

Patientin 3:

Eine 45-jährige Frau mit Mann und drei Kindern. Sie hatte vor acht Jahren einen Autounfall. Es dauerte mehrere Jahre, bis bei ihr ein Schädel-Hirntrauma diagnostiziert wurde. Sie hatte keine spezifischen Hörvorlieben. Die AMPS-Auswertung zeigte keine Veränderung.

Die PANAS-Selbstauswertung zeigte bei ihr eine Verbesserung von +7 Punkten bei positiven Aspekten, was auf ein verbessertes Sozialleben und mehr erfreuliche Erlebnisse in diesem Zeitraum schließen lässt. Die negativen Einflüsse reduzierten sich um 7 Punkte, was auf weniger Stress und weniger unerfreuliche Erlebnisse schließen lässt.

Der SF-36 Test zeigte eine Verbesserung in folgenden Gesundheitsaspekten:

Psychisches Wohlbefinden (+1), Vitalität (+10), körperliche Schmerzen (+2,1), körperliche Funktionsfähigkeit (+3), körperliche Rollenfunktion (+2) und gesundheitliche Veränderung (+39 Punkte).

Patientin 4:

Eine vierzigjährige Frau mit Mann und Tochter. Sieben Jahre zuvor erlitt sie einen Herzstillstand und erlitt daraus resultierend ein Schädel-Hirn-Trauma. Die Probandin hatte keine spezifischen Hörvorlieben.

Die AMPS-Auswertung zeigte eine Verbesserung um 0.6 Logits bei den motorischen Fähigkeiten, was statistisch und klinisch relevant ist. Die adaptiven und organisatorischen Fähigkeiten nahmen um 0.2 Logits zu. Dieser Wert ist statistisch nicht signifikant.

Die PANAS-Selbsteinschätzung zeigte eine Verschlechterung um -11 Punkte bei positiven Aspekten, was auf eine verminderte Zufriedenheit mit dem Sozialleben und einer Verringerung erfreulicher Erlebnisse schließen lässt. Hingegen nahmen die negativen Beeinflussungen um -6 Punkte ab, was auf weniger Stress und weniger unerfreuliche Erlebnisse schließen lässt.

Der SF36-Test zeigte eine Veränderung in sechs Aspekten: Vitalität (+1), körperliche Schmerzen (+1,9), Allgemeine Gesundheitswahrnehmung (+2), soziale Funktionsfähigkeit (+3), psychisches Wohlbefinden (-1) und gesundheitliche Veränderung (-16)

Schlussfolgerung

Im Genesungsprozess nach Schädel-Hirn-Traumata fehlen nicht-invasive Methoden, mit denen Patienten selbst ihr Befinden beeinflussen können. Auch wenn die Erkenntnisse der Studie aufgrund der geringen Anzahl an Probanden nicht signifikant sind, lassen die Ergebnisse und das Feedback der Probanden und ihrer Familien vielversprechende positive Effekte vermuten. Die Forscher weisen darauf hin, dass weitere Studien erforderlich sind, um aussagekräftigere Urteil über die Wirksamkeit von Binauralen Beats im Genesungsprozess von Schädel-Hirn-Traumata-Patienten treffen zu können.

 

Passende Beiträge